Aktuelle Nachrichten
7/25/2011
Solaranlage zur Unterstützung der Fernwärme in Wels

Auf dem Dach der Messehalle in Wels/Österreich ging am 12. Mai 2011 die mit ca. 3.400 m² Kollektorfläche und ca. 2 MW Leistung größte Vakuumröhrenanlage in Betrieb, die Wärme in ein Fernwärmenetz speist. Im Sommer kann der Wärmeversorger mit dieser Solaranlage zeitweise über 50 % an Erdgas sparen.

Die Solaranlage wurde von den Elektrizitätswerken Wels beauftragt, von der MEA Solar GmbH gebaut und von der Ritter XL Solar GmbH aus Deutschland geplant und geliefert.
Die CPC-Hochleistungs-Vakuumröhrentechnologie weist hier der Solarthermie als der effizientesten Form der Sonnenenergienutzung einmal mehr neue Wege. In der Solaranlage fließt das gleiche Wasser wie in den Fernwärmeleitungen. Das Kollektorfeld erstreckt sich über fast 10.000 m² Dachfläche, während die gesamte Technik zu ihrem Betrieb und zur Wärmeübergabe an die Fernwärme übersichtlich in einem nur etwa 50 m² großen Heizraum untergebracht ist. Das Kollektorfeld kann von einem einzigen Ingenieur in 1 bis 2 Stunden bequem befüllt und in Betrieb genommen werden, obwohl dabei strenge Vorgaben des Betreibers einzuhalten sind. So darf z. B. absolut keine Luft in die Fernwärmeleitungen gelangen, kein Fernwärmewasser verlorengehen und alles Wasser, das zurück in die Fernwärme geht, muss entgast werden. Die Ausdehnung des Wassers der Solaranlage erfolgt direkt ins Wärmenetz. Es gibt keinen anderen Solarspeicher als das Wärmenetz selbst. Wenn der Druck im Welser Fernwärmenetz etwas höher oder das Messedach etwas tiefer gewesen wäre, gäbe es auch keine Wärmetauscher.
Die Solaranlage speist niemals kälter als mit ca. 85 °C in das Fernwärmenetz ein, im Winter sind wegen des höheren Bedarfs sogar noch höhere Temperaturen erforderlich. Es wird pro Jahr ein Wärmegewinn von ca. 1.300 Megawattstunden erwartet. Für Pumpen und Ventile kommen dafür effektiv nur ca. 6,5 Megawattstunden (bzw. 0,5 Prozent) an Elektroenergie zum Einsatz. Um zu verhindern, dass die Solaranlage im Winter einfriert, werden voraussichtlich ca. 50 Megawattstunden (bzw. knapp 4 Prozent des Solarertrages) benötigt. Bei einem Stromausfall sorgt eine unterbrechungsfreie Stromversorgung für den Frostschutz der Anlage. Diese benötigt weniger als 100 Watt elektrische Leistung, denn die Arbeit der Pumpen übernimmt bei einem Stromausfall bei Frostgefahr automatisch das Welser Wärmenetz. Es wurde bereits zur Inbetriebnahme mittags bei wolkenlosem Himmel getestet, dass die gesamte Anlage ohne Fremdenergie völlig eigensicher ist. Das heißt, ohne Wärmeabnahme siedet das Wasser in den Kollektoren und schiebt ca. 3 Kubikmeter Wasser zurück in das Fernwärmenetz. Dies erfolgt geräuschlos und ohne Fremdenergie innerhalb weniger Minuten, also z. B. auch bei einem Stromausfall im Sommer. Danach befüllt sich die Anlage wieder von selbst und arbeitet weiter wie zuvor. Falls einmal das Fernwärmenetz wegen Reparaturarbeiten abgesperrt wird und die Anlage deshalb in den thermischen Stillstand wechselt, nimmt ein Auffangbehälter dieses Wasser auf, aus dem es später automatisch wieder zurück gepumpt wird. Das Kollektorfeld könnte auch „heiß gestartet“ werden, wenn sich in den Kollektoren überhitzter Dampf mit einer Temperatur von bis zu über 300 °C befindet.
 
Quelle: Dr. Rolf Meißner (Ritter XL Solar GmbH) und Dr. Kurt Leeb (MEA SOLAR GmbH).

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